10 Fakten über Bewertungen auf Amazon

Frontal zeigte auf in seinem Bericht, wie man mit Amazon Bewertungen Geld verdient und wie verwerflich es ist. Doch ist es wirklich so – was Frontal vergessen hat!

Daher haben wir uns die Mühe gemacht, die Amazon Bewertungen recht nüchtern auseinander zu nehmen.

Wer möchte kann hier auch noch einmal direkt bei ZDF den Beitrag ansehen

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/fake-bewertungen-im-onlinehandel-100.html

10 Fakten über die Bewertungen von Amazon

Fakt 1: Mit der Bewertung steigt ein Produkt im Ranking

Vereinfacht ausgedrückt, je mehr Bewertungen ein Produkt hat, desto höher wird das Produkt in Amazon gelistet. Nachteil allerdings, Produkte die sich später in Amazon einstellen haben keine Chance auf die vorderen Plätze zu kommen. Denn wer schon auf den vorderen Plätzen ist, wird auch gekauft.

Fakt 2: Es gibt Bewertungen auf das Produkt und auf den Händler

Die meisten Händler auf Amazon sind blanke Verkäufer. Sie verkaufen für Hersteller in Vertretung Produkte. Händler selber haben keinen Einfluss auf das Produkt, lediglich auf den Versand. Diese Produkte erkennt man, das mehrere Händler sich im Preis unterbieten. In diesem Fall kann man einzig den Verkäufer als Versender bewerten und den Ablauf. Für diese Produkte gibt es im Regelfall keine Angebote zum Bewerten.

Tritt ein Hersteller mit seinen Produkten als Händler auf, sind keine weiteren Händler auf diesem Produkt gelistet. Bei Ihm kann sowohl die Qualität des Produktes als auch der Versand bewertet werden. Hersteller haben also ein Interesse, dass Ihr Produkt bewertet wird (als auch der Versand). Das Interesse gilt der Listung des Produkts auf Amazon, der Markenbekanntheit und dem Verkauf.

Fakt 3: Amazon Vine ist der Größte „Bewertungs-Anbieter“

Richtig – Amazon selber bietet seit 2019 (Link) Produkttests für Bewertungen an.

Für den Verkäufer ist das Video recht Interessant. Da man den Verkäufer direkt mit Amazon Vine als Werbemittel lockt.

Sprich, wer Produkte in den Lagern von Amazon lagert – kann am Vine-Programm teilnehmen und offiziell von Amazon Bewertungen erhalten – bis zu 30 Stück. Selbstredend ist das nicht kostenfrei.

Fakt 4: Amazon löscht schlechte Bewertungen, wenn Amazon versendet

Wer ein Produkt beim Händler „Amazon“ oder einem Händler der das Amazon Lager verwendet kauft, kann schlecht bewerten – diese Bewertung wird gelöscht. (Dies gilt natürlich nur auf den Bezug auf den Amazon Versand)

Fakt 5: Amazon duldet „gefakte“ Bewertungen

Auch bei einer „gefakten“ Bewertung wird das Produkt inkl. der Amazon Provision gekauft. Diese bezahlt der Kunde und ist in den Preis einkalkuliert. Würde Amazon genau diese Verkäufe verhindern, würde ihnen auch Umsatz entgehen. Daher unternimmt man nur etwas gegen die Bewerter, selten jedeoch gegegen den Verkäufer. Ferner behält Amazon auch den Umsatz ein. Hier wird nach dem Prinzip der Unterstellung gearbeitet. Allein die Vermutung einer gefakten Bewertung ist ausreichend, dass Amazon dem Verkäufer den Umsatz einbehält. Das Produkt ist jedoch weiterhin erhältlich und der Verkäufer weiterhin verpflichtet dieses Produkt heraus zu schicken.

Fakt 6: Amazon löscht die Bewertungen des Autors

Im Kampf gegen falsche Bewertungen tritt Amazon entgegen, in dem die falschen Bewertungen deaktiviert werden und ggf. der Autor nicht mehr bewerten kann. Natürlich kann und darf der Bewerter noch weiterhin bei Amazon kaufen. Warum sollte sich Amazon auch die Kunden sperren.

Fakt 7: Bewertungsgruppen auf Facebook für Amazon kommen und gehen

Fleissige Amazon-Tester wissen, es gibt 100erte Facebook Gruppen zum Thema Produkttest. Diese lässt man bis zu einer gewissen Gruppengröße gewähren. Wird die Gruppe zu groß, wird diese deaktiviert und gelöscht. So wie die Gruppe gelöscht wird, steigen die nächst kleineren Gruppen auf und neue Gruppen werden erstellt. Auch bei Facebook ist also kein Interesse daran, etwas ernsthaft gegen dieses Problem zu machen.

Dabei wäre es sogar recht einfach – man lässt diese Gruppen einfach offen und kontrolliert die Verkäufer und kann dementsprechend aussortieren.

Fakt 8: Kann man echte Bewertungen erkennen?

Echte Bewertungen auf Amazon sind kaum zu filtern. Da man bei einem Kauf nicht wirklich den Wahrheitsgehalt einer Bewertung mittels Kontrolle des Bewerters heraus finden kann. Zwar gibt es auch in der ZDF Sendung Tipps wie man, falsche Bewertungen erkennen kann, jedoch lässt man sich im Regelfall nur von seinem Gefühl leiten, welche Bewertungen echt oder unecht sind.

Amazon selber müsste sein Ranking-System massiv ändern, dass eine Bewertung nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Oder eine unabhängige (von Amazon) Testervereinigung testet und diese Bewertungen gehen ein und dort müssten alle Produkte gleichermaßen nach gleichen Kriterien getestet werden.

Wer es trotzdem versuchen will mit einfachen Mitteln hat man auf Chip eine App vorgestellt: https://www.chip.de/downloads/webapp-ReviewMeta_164064063.html

Fakt 9: Fake-Bewertungen sind eine Werbedienstleistung

Wer schon einmal eine Amazon-Bewertung gegen „Geld zurück“ gemacht hat, hat eine Dienstleistung erbracht. Viele Bewerter sind jedoch der Meinung, dass man eine Bewertung schon geben kann, da man schließlich ein Produkt kostenlos bekommt. Genau das ist falsch. Man bekommt nichts umsonst. Der Bewerter erbringt eine Dienstleistung (Arbeit) und der Verkäufer bezahlt die Dienstleistung mittels Produkt.

Wenn man es sogar genau nimmt, muss diese Dienstleistung und dem Finanzamt als Einnahme gemeldet werden. Es ist eine selbstständige, unternehmerische Tätigkeit.

Fakt 10: Amazon-Bewerter sind keine Tester

Gerade in diversen Facebook Gruppen, gehen die Bewerer immer wieder davon aus, dass Sie Produkttester sind. Das ist Falsch! Wie in Fakt 9 beschrieben, es ist eine gekaufte Dienstleistung für 5 Sterne und eine positiv klingende Bewertung. Ein Produkttester hingegen testet das Produkt auf Form, Eigenschaften, Verwendung, Nützlichkeit innerhalb seiner privaten Möglichkeiten und bewertet die Alltagstauglichkeit. Dabei sind auch negative Bewertungen möglich.

Auch das Ziel des Verkäufers (Herstellers) an Reviewer und Produkttester sind unterschiedlich. Möchte man vom Bewerter lediglich ein positives Feedback haben, damit man im Ranking von Amazon steigt. Will man mit einem Produkttester die Benutzbarkeit eines Artikels verbessern.

Zusammenfassung:

Wir wollen mit diesem Beitrag die gefakten Bewertungen auf keinen Fall in Schutz nehmen, da sie menschlich verkehrt sind. Vergessen wird allerdings, das Amazon sich als Opfer darstellt, allerdings selber im Bewertungsgeschäft abräumt. Ohne ernsthafte Maßnahmen zu ergreifen. Diese wären dabei recht einfach zu realisieren.

Die gefakten Bewertungen sind von den Verkäufern eine Maßnahme in das Geschäftsmodell von Amazon bereinigend einzugreifen. Mit unschönen Mitteln. Dabei ist unser Vorschlag das Produktgruppen Filter bekommen, was ein Produkt kann. Dies muss vom Hersteller vorgegeben werden. Bewertungen sollten lediglich ein subjektiven Eindruck am Produkt hinterlegen, jedoch keine Auswirkung aufs Ranking haben. Ferner kann Amazon auch selber an Hand der festgelegten Filter allen Kunden Bewertungsanfragen schicken. Die auf genaue und vorgeschriebene Fragen per Sterne reagieren können.

Amazon hat selber noch viel Luft nach oben um einen fairen Handel zu betreiben.

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